Mit einfachsten Mitteln bauten die Kinder der Teddygruppe eine Zeitreisemaschine.
Rheda-Wiedenbrück. Große Entdeckungen erfordern manchmal nicht mehr als einen riesigen Pappkarton. Das erlebten die Kinder der Teddygruppe der Kindertageseinrichtung St. Marien in Wiedenbrück. Gemeinsam bauten sie aus einfachen Materialien eine Zeitmaschine. Das Projekt entstand auf Anregung der Kinder und sie legten auch fest, in welche Epoche sie reisen möchten.
Per Hand ließ sich am Karton die gewünschte Epoche einstellen und schon startete das Abenteuer. Als erster Stopp stand das alte Ägypten auf dem Plan. Hier zeigte sich schnell eine Besonderheit des Projektes. In jeder Epoche schlüpften einige Kinder in die Rolle von echten Experten und übernahmen die Reiseführung. Für das Reich der Pharaonen war Johann der absolute Fachmann. Mit beeindruckendem Detailwissen erklärte er den anderen das Leben im alten Ägypten. Die Mitreisenden staunten so sehr, dass Stella schließlich die brennende Frage stellte, woher Johann überhaupt so viel wisse. „Das interessiert mich halt“, meinte er gelassen. Nach dem Wüstensand steuerte die Zeitmaschine direkt in die Eiszeit. Für diesen Stopp verwandelte sich ein Raum der Kita in eine winterliche Forschungsstation. Ausgestattet mit echtem Eis und Schnee, ging es an die spannenden Experimente. Die Kinder untersuchten, ob Eis schwimmen kann und wodurch es schmilzt. Mit Taschenlampen beleuchteten sie das Eis und machten faszinierende Lufteinschlüsse sichtbar. Ein echtes Abenteuer, bei dem aber ein Besatzungsmitglied pausieren musste. „In der Eiszeit war ich krank“, meinte Claire später wehmütig von ihrem verpassten Ausflug in die Kälte. Danach ging es weiter in die Ritterzeit. Für diese Epoche verwandelte sich die Turnhalle in einen prachtvollen Rittersaal. Sogar ein Herold und ein König waren anwesend. Passend zu diesem Festtag durften sich die Kinder im Vorfeld eigene Ritterrüstungen oder edle Festkleidung basteln. So stilecht gekleidet und mit selbstgemachten Trinkpokalen ausgestattet, veranstalteten die Kinder ein aufregendes Ritterturnier und tanzten einen traditionellen Burgfräuleintanz. Das ritterliche Abenteuer endete mit einer festlichen Tafel. Die Kinder tranken stolz aus ihren Pokalen und stießen gemeinsam auf Mut und Freundschaft an.
Die letzte Reise führte die Kinder schließlich in die Dino Zeit. Hier gab es gleich eine ganze Reihe von Experten. Fleißig bastelten und gestalteten die Kinder eigene Dinosaurier, darunter sogar einen riesigen Schwimmenden. Sie fertigten Ausgrabungsstücke an und erstellten detailreiche Abdrücke von Dinosaurierskeletten. In gemeinsamer Teamarbeit entstand in der Turnhalle so ein großes interaktives Mitmach-Dinosauriermuseum. Per Zeitmaschine durften schließlich auch alle anderen Kinder der Kita und deren Eltern in das Museum reisen. Nach diesem letzten, großen Ansturm quittierte die Zeitmaschine planmäßig ihren Dienst. Das Projekt hinterlässt jedoch bleibende Spuren. Ein Vater lobte die Aktion kurz und knapp in einem Brief an die Kinder: „Das war sauriergut!“ Damit die vielen schönen Eindrücke nicht verloren gehen, haben die Mädchen und Jungen ein Logbuch gestaltet mit zahlreichen Fotos von den verschiedenen Stationen der Reise. So können sie beim Durchblättern noch lange in ihren Erinnerungen schwelgen und an ihre große Reise zurückdenken.