Weniger ist manchmal mehr

Katholische KITa Abt Kruse macht beste Erfahrungen mit der spielzeugfreien Zeit

Schloß Holte- Stukenbrock. Für rund sechs Wochen wird in der katholischen Kindertageseinrichtung und Familienzentrum Abt Kruse in Schloß Holte-Stukenbrock einmal im Jahr auf sämtliches vorgefertigtes Spielzeug verzichtet. Stattdessen gestalten die Kinder selbst mit Alltagsmaterialien und eigener Fantasie ihren KiTa-Alltag. Eingeladen wird auf diese außergewöhnliche Zeit durch einen Brief von „Hartmut aus dem Abenteuerland“. Die Handpuppe bereitet die Kinder auf die Wochen ohne Bilderbücher, Bausteine, Spiele, Autos und Sandschaufel vor. Danach entscheiden die Kinder demokratisch, welche Spielbereiche nach und nach „in den Urlaub“ geschickt werden. Die spielzeugfreie Zeit ist ein pädagogisches Konzept aus der frühen Bildung und Präventionsarbeit. Die Einrichtung Abt Kruse plant seit rund zehn Jahren diese Zeit ohne Spielzeug in den KiTa-Jahresplan ein und hat damit beste Erfahrungen gemacht. Die beiden Kolleginnen Joelle Siekmann und Ulrike Hornig haben zur Hälfte der Zeit eine kleine Ausstellung vorbereit und die Familien dazu eingeladen, damit sie ein Bild davon bekommen, wie die Räume aussehen, ohne Spielzeug und wie viel Spaß ihre Kinder dennoch haben.

Joelle Siekmann erzählt, dass heute viele Mädchen und Jungen von der Menge der Spielsachen überfordert sind. Frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“, würden viele Kinder in dieser Zeit förmlich aufblühen. Sie bekommen den nötigen Freiraum für ihre eigenen Ideen und Fantasien. Sie werden in ihrer Entwicklung gestärkt werden selbständiger, lernen besser Probleme zu lösen und auch untereinander würden sich die Kinder ganz anders begegnen und manchmal auch neue Freundschaften entstehen. Ziele der KiTa sind, die Kreativität der Kinder zu fördern und aus einfachen Dingen wie leeren Kartons, Tüchern oder Naturgegenständen etwas zu entwickeln. Auch die Turnmatten werden gerne genutzt um daraus Höhlen oder Rutschen zu bauen. Da die Kinder vielmehr miteinander in den Dialog gehen müssen, wird auch ihr Wortschatz erweitert.

Joelle Siekmann weiß, dass es auch für die Erziehenden eine Herausforderung sein kann, weil am Anfang auch schon mal Langeweile aufkommt und sie aber eine zurückhaltende Rolle einnehmen müssen. „Das müssen wir auch erst immer wieder lernen, dass wir uns nicht einmischen“, fügt sie hinzu. „Wenn wir das verinnerlicht haben, ist diese Zeit auch für uns eine besondere Phase, in der wir auch etwas zur Ruhe kommen und mehr eine beobachtende Rolle einnehmen“, meint Ulrike Hornig.

Fazit der viergruppigen Einrichtung:  Die spielzeugfreie Zeit ist kein Verzicht, sondern eine Chance für ganzheitliche Entwicklung zur Stärkung des Selbstvertrauens und der Kreativität und eine Zeit, in der sich die Kinder toll entwickeln.

Paula läuft über die selbst gebaute Mattenrutsche und die anderen Kinder schauen ihr begeistert zu. Auch die beiden Erzieherinnen Ulrike Hornig und Joelle Soieknmann sind von der Kreativität und dem Teamgeist der Kinder begeistert.

Dieses kreative Bild haben die Jüngsten aus der Seepferdchengruppe gemacht. Ein bisschen Kreppband und ein Bogen Papier, mehr benötigten sie nicht dafür.

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